Japan will den Walfang ausweiten - Zurück zum kommerziellen Walschlachten?

Werden bald wieder, wie vor 200 Jahren, Wale von ganzen Flotten gejagt und getötet?

 

Japanische Regierung stellt Antrag bei der IWC

Die japanische Regierung hat, bei der Internationalen Walfangkommission, einen Antrag auf Aufhebung des Verbots gegen den kommerziellen Walfang eingereicht. Seit 1985 gilt das internationale Verbot des kommerziellen Walfangs, welches die Erhaltung der verschiedenen Walarten nachhaltig sichern soll. Japan könnte mit diesem Vorhaben in einen konfliktreiche Auseinandersetzung geraten, mit Ländern wie Australien und einigen europäischen Staaten, die eine Abkehr von dem derzeitigem Verbot konsequent ablehnen.

 

Article Bild

 

Die japanische Regierung verteidigt die Pläne dennoch vor dem Hintergrund der japanischen Kultur. Sie beruft sich zunehmend auf das kulturelle Erbe des eigenen Landes und führt die Waljagd sowie den Verzehr des Fleisches, als alte japanische Tradition gegen das Verbot an.

 

Die International Whaling Commission - Eine Schutzorganisation mit internationaler Reichweite

Die “International Whaling Commission”, kurz: “IWC”, wurde 1946, auf Initiative vieler verschiedener Staaten, in Washington gegründet und hat ihren heutigen Sitz in der Stadt Impington, nahe Cambridge, im Vereinigten Königreich. Ihr Hauptziel ist die weltweite Artenvielfalt an Walen nachhaltig zu schützen und hierdurch den Aufbau einer geordneten globalen Walfang-Industrie zu ermöglichen.

 

Ein integraler Bestandteil der Arbeit des IWC, ist das Überwachen des 1986 eingeführten Verbots gegen den kommerziellen Walfang einiger bestimmter Walarten. Die Maßnahmen beinhalten sowohl Fangquoten zum Schutz vor Überfischung, als auch das Verbot bestimmter Fangmethoden, wie beispielsweise die Harpunenjagd:Jede Nation, die das Internationale Übereinkommen zur Regelung des Walfangs unterzeichnet, kann Mitglied der IWC werden. Jeder Mitgliedsstaat, von denen es zurzeit 89 gibt, ernennt einen Repräsentanten, der oft durch verschiedene Experten und Berater unterstützt wird. Diese Repräsentanten wählen aus ihren Reihen einen Vorsitzenden und einen stellvertretenden Vorsitzenden, deren Amtszeit in der Regel auf drei Jahre befristet ist”(IFAW, 2017).

 

Die Rolle der japanischen Regierung bei der IWC und ihre neuen Forderungen

Im Zuge der Ratifizierung des Verbotes, hat die japanische Regierung ein Programm initiiert, welches das Verbot auf der Grundlage wissenschaftlicher Zwecke umgeht: “Das Fleisch der angeblich für wissenschaftliche Zwecke getöteten Wale wird dann an Händler verkauft oder im Rahmen von Marketingkampagnen zur Förderung des Walfleischverzehrs kostenlos oder sehr günstig an Schulen und Krankenhäuser abgegeben”(IFAW, 2017).

 

Die japanische Walfangflotte läuft in der Regel zweimal jährlich aus. Im November bewegen sich die japanischen Walfangschiffe vorwiegend im antarktischen Meer, um dort Jagd auf sogenannte Zwergwale zu machen.  Bei dem antarktischen Meer handelt es sich größtenteils um ein Naturschutzgebiet für Wale, weshalb die Position gegenüber internationaler Vereinbarungen äußerst fragwürdig ist.

 

Die japanische Regierung und ihr Vorgehen auf internationale Ebene, standen in der Vergangenheit nicht selten im Fadenkreuz erheblicher Kritik. Bereits 2014 wurde das wissenschaftliche Programm der japanischen Regierung vom Internationalen Gerichtshof untersagt. Im Urteil wurde entschieden, dass das Programm keine Anzeichen auf einen wissenschaftlichen Hintergrund zuließe und daher in der Form unverzüglich zu beenden sei. Im Anschluss an das Urteil des Internationalen Gerichtshof, wurde das Programm von der japanischen Regierung angepasst und neu aufgelegt. Der aktuelle Antrag vor der IWC zielt im Wesentlichen darauf ab, die derzeitigen Restriktionen im kommerziellen Walfang zu lockern, um künftig nicht mehr in einer rechtlichen Grauzone zu agieren und sich gegen internationale Kritik wehren zu können.

 

In der Vergangenheit kam es vermehrt vor, dass einzelne Staaten sich über internationale Vereinbarungen und Abkommen hinweg gesetzt haben. Insbesondere in den letzten Jahren kann eine verstärkte Zunahme von nationalen “Alleingängen” beobachtet werden. Sei es in Form der Missachtung multilateraler Übereinkünfte zum Schutz der Umwelt oder wirtschaftspolitischer Maßnahmen, die einzig für den Protektionismus der nationalen Wirtschaft getroffen werden.

 

Auch die japanische Regierung hat mit ihrem bisherigen Vorgehen, bezüglich des Walfangs, in der Vergangenheit gezeigt, dass  sie an der Verwirklichung internationaler Umweltschutzziele kein sonderlich großes Interesse besitzt. Eine solche Haltung darf in Zukunft nicht mehr toleriert werden und bedarf einer angemessenen Gegenmaßnahme, wenn die internationale Gemeinschaft ihre Verantwortung für gemeinsame Interessen wahrnehmen möchte.

Quelle: newssent.de
Weitere Artikel & Chats die dir gefallen könnten
Kommen bald die ersten selbstfahrenden Taxis? Was kommt auf uns zu? Hier die aktuellen Antworten!
Geplatzte Weltraumphantasien - Terraforming zur Mars-Kolonialisierung wird wohl bis auf Weiteres unmöglich bleiben. Warum das so sein könnte, erfährst du hier.
Katastrophen verhindern bevor sie entstehen - ein wiener Start-up versucht den Blick in die digitale Glaskugel. Was bereits Realität ist, zeigen wir hier!
Ein Start-up aus dem Silicon Valley verspricht das aufhalten der Alterung durch das Blut von Teenagern. Müssen wir uns bald vor ‘Blutsaugern` fürchten?
Urlaub im Weltraum? Bald könnte es endlich soweit sein. Wir erzählen dir alles über die krassen Pläne der EX-Astronauten!
Es gibt unzählige Verfahren zur Manipulation von Genen. Über ein besonders interessantes Verfahren mit hohem Potenzial entscheidet nun der Europäische Gerichtshof!
Reisen wir bald nicht mehr mit Bus und Bahn, sondern mit Überschallgeschwindigkeit? Das klingt nach Science Fiction, könnte aber schon bald Realität werden!
Die Fixierung von Patienten, also das ‘Fesseln’, ist von nun an ohne richterliche Anordnung nicht mehr zulässig, außer für sehr kurze Zeiträume. Was das in der Praxis bedeutet, erfährst du hier!
Ersetzt die digitale Technik nun endgültig das Bargeld? Neue Projekte, beispielsweise von der Sparkasse, sagen dem Bargeld den Kampf an.
Sein Name fiel schon öfters in der Diskussion um das Foto des ehemaligen Nationalspielers Özil mit dem türkischen Präsidenten Erdogan. Doch wer ist eigentlich Reinhard Grindel?
Entwickeln sich in Krankenhäusern und an anderen Orten Keime, gegen die keine Antibiotika mehr helfen? Eine neue Studie geht dieser Frage nach!
Wem gehören eigentlich die Accounts auf “Facebook” und “Instagram”, wenn ihr Besitzer stirbt? Diese Frage ist jetzt vom Bundesgerichtshof geklärt worden!
Greifen die europäischen Kartellbehörden jetzt hart gegen den Internetriesen "Airbnb" durch? Die Zeiten könnten schlecht für das Unternehmen werden.
Jede Woche passieren unglaublich viele wichtige Dinge. Damit du bei all diesen Informationen den Überblick behältst, fassen wir für dich die wichtigsten Ereignisse der Woche zusammen!
Führt der Streit innerhalb der Union zu einer neuen Krise in der Migrationspolitik der Bundesrepublik Deutschland?
In NRW soll ein neues Polizeigesetz eingeführt werden, das es in sich hat. Entwickelt sich die Bundesrepublik Deutschland damit vielleicht zu einem Überwachungsstaat? Wir versuchen, dir ein paar Antworten zu geben!
Jede Woche passieren unglaublich viele wichtige Dinge. Damit du bei all diesen Informationen den Überblick behältst, fassen wir für dich die wichtigsten Ereignisse der Woche zusammen!