Mars-Terraforming ist wohl doch unmöglich?

Geplatzte Weltraumphantasien - Terraforming zur Mars-Kolonialisierung wird wohl bis auf Weiteres unmöglich bleiben. Warum das so sein könnte, erfährst du hier.

 

Was tut die Menschheit, wenn es auf der Erde einmal so ungemütlich wird, dass das Leben faktisch unmöglich wird? Schon heute tüftelt eine Reihe von selbsternannten Weltraum-Enthusiasten an ersten Plänen, ferne Planeten als Alternative zur Erde zu kolonialisieren. Bevor jedoch die Besiedlung beginnen kann, muss der Planet durch das sogenannte ‘Terraforming’ zu einer für menschliches Leben bewohnbaren Umgebung umgestaltet werden.

 

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Der Traum, die atmosphärischen, geologischen wie auch biologischen Gegebenheiten des Mars durch Terraforming derart zu verändern, dass einer Kolonialisierung durch den Menschen nichts mehr im Weg steht, lässt sich bis auf weiteres nicht verwirklichen. Dies haben US-amerikanische Forscher in einer neuen Studie belegt, die in der Fachzeitschrift “Nature Astronomy” veröffentlicht wurde.

 

Bereits seit der Mitte des 20. Jahrhunderts träumen Weltraum-Enthusiasten von der Vision, den Mars umfangreich zu besiedeln. Auch Heutzutage ist die Idee des Terraforming noch äußerst populär. Der High-Tech-Visionär und Gründer von “Space X”, ‘Elon Musk’, plädierte beispielsweise in den letzten Jahren wiederholt für eine Marsbesiedlung, die mittels des Terraforming realisiert werden solle.

 

Terraforming - radikale Lösungen für Weltraum-Siedlungs-Visionen

Das Konzept des Terraforming basiert auf der Idee, mit bestimmten Technologien die klimatischen Bedingungen auf dem Mars zu verändern und anzupassen. Im ersten Schritt gilt es, genug Kohlendioxid freizusetzen, um einen Treibhauseffekt hervorzurufen, der für einen enormen Anstieg des atmosphärischen Drucks sowie der allgemeinen Umgebungstemperatur sorgt.

 

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Dieser Anstieg hat letztendlich zum Ziel, dass auf dem sonst so kalten Mars wieder Wasser fließen kann und dadurch organisches Leben möglich wird. Um genug Kohlendioxid freizusetzen, hat sich das Schmelzen der Polkappen als geeignete Methode erwiesen. Die verschiedenen Herangehensweisen reichen hierbei stark auseinander. Sie haben jedoch alle eine gewisse Radikalität gemeinsam.

 

'Elon Musk' hat beispielsweise vorgeschlagen, den Polkappen mittels nuklearen Bomben zu Leibe rücken. Ein weniger zerstörerischer und dennoch mindestens ebenfalls so tollkühner Plan besteht darin, die Polkappen mit einem gigantischen Spiegel, der eine Größe von 200 Kilometern aufweisen würde, zu bestrahlen. Lange Zeit wurden vorwiegend solche Pläne von den Siedlungs-Enthusiasten entwickelt.  

 

Das Magazin Spektrum berichtet: “Dann entwickelte ein Team um Christopher P. McKay vom NASA Ames Research Center eine bodenständigere Lösung für das Ankurbeln des Mars-Treibhauseffekts: Fabriken, die gewaltige Mengen FCKW-Gase ausstoßen” (Spektrum, 2018). Selbstverständlich existieren diese Pläne bis dato ausschließlich in der Theorie und wurden lediglich computergestützt simuliert. Die Umsetzbarkeit derartiger Vorhaben wird in der Fachwelt eher pessimistisch eingeschätzt.

 

Fehlende Basis - bereits die Grundbedingungen lassen die ambitionierten Pläne ins Leere laufen

Alle Pläne ließen sich nur realisieren, wenn der Mars genug Kohlendioxid beherbergt. Zum Leidwesen der Träumenden belegten US-Forscher jetzt das Gegenteil: Bruce M. Jakosky von der University of Colorado hat zusammen mit einem Kollegen zahlreiche Messdaten der letzten Jahrzehnte auf die Frage hin ausgewertet, wie viel gefrorenes Kohlendioxid es auf dem Mars gibt und wie viel davon sich ausgasen ließe” (Spektrum, 2018). Die Wissenschaftler kamen zu dem relativ eindeutigen Ergebnis, dass die Vorkommen, welche sich zu einer Freisetzung überhaupt anbieten würden, niemals ausreichen würden, um den Atmosphärischen Druck merklich ansteigen zu lassen.

Quelle: newssent.de
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