EuGH entscheidet über Genschere

Es gibt unzählige Verfahren zur Manipulation von Genen. Über ein besonders interessantes Verfahren mit hohem Potenzial entscheidet nun der Europäische Gerichtshof!

 

EuGH will Klarheit über den Genscheren-Streit schaffen

Am Mittwoch, dem 25.07.2018, entschied der Europäische Gerichtshof (kurz: EuGH), dass die äußerst junge und revolutionäre Technik zur gezielten Genmodifikation, die sogenannte “CRISPR-Cas9-Methode”, künftig ebenfalls unter die strenge “europäische Richtlinie für gentechnisch veränderte Organismen” (kurz: GVO) fällt.

 

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Im Vorfeld waren die Meinungen darüber, ob die “CRISPR-Cas9-Methode” rechtlich innerhalb der Gentechnik einzuordnen ist, weit auseinandergegangen. Das Urteil des EuGH versucht nun, diesbezüglich Klarheit zu schaffen. “Den Streit bis nach Luxemburg gebracht hatten französische (Landwirtschafts-)Verbände, die wie zahlreiche weitere Kritiker befürchteten, dass in den kommenden Jahren gentechnisch veränderte Lebensmittel ohne Sicherheitsprüfung oder Kennzeichnung auf den Markt gelangen könnten.” (LTO, 2018)

 

Die CRISPR-Cas9-Methode - Ein revolutionäre Erfindung mit enormen Potential

CRISPR/Cas9 ist eine neue, molekularbiologische Methode, um DNA gezielt zu schneiden und anschließend zu verändern. Auf diese Weise können einzelne Gene – genauer: DNA-Bausteine – umgeschrieben oder „editiert“ werden.” (transgen, 2018). Dieses neue Werkzeug hat sich innerhalb kürzester Zeit  als wesentlich präziser, schneller und kosteneffizienter gegenüber herkömmlichen Verfahren zur gezielten Veränderungen genetischer Strukturen, bewährt.

 

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Mit “CRISPR/Cas9” versprechen sich die Forscher, in Zukunft bahnbrechende Erfolge in der Medizin sowie der Landwirtschaft erzielen zu können, wie z.B. die Ausschaltung von Erbkrankheiten, bereits vor der Geburt eines Neugeborenen.

 

Das Urteil - Ein Balanceakt zwischen Verbraucherschutz und Innovation

In seinem heutigen Urteil stellt der Gerichtshof zunächst fest, dass durch Mutagenese gewonnene Organismen GVO im Sinne der GVO-Richtlinie sind” (EuGH, 2018). Bei der sogenannten Mutagenese handelt es um eine neue Form der Genmutation, die das Genmaterial lebender Organismen verändert, ohne dass eine körperfremde DNA eingeführt wird. Das Urteil führt unter anderem dazu, dass ab nächstem Jahr jegliche Therapieformen, die mittels der “CRISPR/Cas9”-Methode entwickelt wurden, sehr aufwendige Zulassungsverfahren durchlaufen müssen.

 

Die Positionen zum Urteil gehen weit auseinander

Innerhalb der betroffenen Gesellschaftsbereiche, reichen die Reaktionen von großer Zustimmung bis hin zur ausgeprägten Kritik. Der “Deutsche Bauernverband” erklärt beispielsweise in einer aktuellen Pressemitteilung: “Dieses Urteil verbaut uns die notwendigen Möglichkeiten, mit Hilfe der Pflanzenzüchtung die Herausforderungen des Klimawandels zu meistern. Die derzeitige Dürre zeigt uns exemplarisch, dass wir zukünftig beispielsweise trockenheitstolerantere Sorten brauchen” (DBV, 2018).

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hingegen begrüßte das Urteil des EuGH. „Mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs ist eine Klarstellung in einem der bedeutendsten Forschungsfelder erfolgt(BMEL, 2018).

Quelle: newssent.de
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