Milliardenstrafe für Bayer-Tochter Monsanto - Wie Bayers großer Deal zum eigenen Grab werden kann

Der Konzern “Bayer” hat erst vor kurzem das Unternehmen “Monsanto” gekauft, gegen das jetzt eine Milliardenstrafe verhängt wurde. Was bedeutet das für “Bayer”?

 

Klage gegen Monsanto hatte erstinstanzlich Erfolg

Am Montagnachmittag wurde das neue Tochterunternehmen der “Bayer AG”, “Monsanto”, von einem kalifornischen Geschworenengericht  zu einer Geldstrafe von rund 250 MIllionen Euro verurteilt. Die Summe muss der Konzern als Schadensersatz an einen einheimischen, pensionierten Hausmeister bezahlen, der die Ursache seiner Krebserkrankung auf die jahrelange Nutzung des glyphosathaltigen Herbizids “Roundup” zurückführt.

 

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Der Kläger führte mit Unterstützung seiner Verteidiger an, dass “Monsanto” nicht ausreichend über die gesundheitlichen Risiken des Inhaltsstoffs informiere und demgemäß die Konsumenten wissentlich ehreblichen Gefahren aussetzte. Das Urteil des Gerichts bestätigte diesen Vorwurf und warf dem Konzern vor, er sei über Jahrzehnte hinweg nicht seinen Informationspflichten nachgekommen. Des Weiteren warf das Geschworenengericht dem Konzern vor, der Wirkstoff Glyphosat sei als ursächlich für die Krebserkrankung des Klägers anzusehen. “Die Mittel hätten „wesentlich“ zur Krebserkrankung des ehemaligen Hausmeisters Dewayne Johnson beigetragen, befand das Geschworenengericht” (Die Welt, 2018), heißt es laut der Tageszeitung “Die Welt”, in der schriftlichen Erklärung der Jury.

 

Auch wenn die Unternehmensführung des US-amerikanischen Konzerns bereits angekündigt hat, in Berufung zu gehen, existieren insgesamt rund 4000 Einzelklagen mit vergleichbaren Fällen als Grundlage, deren Verhandlung noch aussteht. Die weltweiten Börsen reagierten mit heftigen Kurseinbrüchen auf das Urteil aus den U.S.A., die “Bayer”-Aktie verlor im Laufe des Tages rund 12 Prozent ihres ursprünglichen Werts.

 

Jahrhundertübernahme durch Bayer - ein Geschäft mit langfristigen Folgen

Der Unternehmenskauf von “Monsanto” droht mit den neuen Rechtsstreitigkeiten zum größten Fehler der “Bayer AG” zu werden. Bereits der Übernahmeprozess des Konzerns “Monsanto” durch den Agrochemie- und Pharmakonzern aus Leverkusen, ist zu einem der weltweit spektakulärsten Geschäfte der letzten Jahre geworden und ist bis zum heutigen Tag nicht vollständig abgeschlossen. Die Rekordsumme von ca. 62 MiIliarden Dollar ist der größte Betrag, den je ein deutsches Unternehmen für den Kauf einer ausländischen Firma gezahlt hat.

 

“Bayer” erhofft sich mit der Übernahme, künftig zum weltweit größten Produzenten von Agrarprodukten aufzusteigen und die Gewinne vielfach steigern zu können. Die gegenwärtigen Rechtsstreitigkeiten könnten die Übernahme jedoch zu einem finanziellen Desaster für “Bayer” gestalten, mit dem langfristige wie auch schwerwiegende Folgen für den gesamten Konzern einhergehen würden.

 

Experten und Branchenkenner befürchten im weiteren Verlauf eine Vielzahl an Klagen von Aktionären, die sich aufgrund der möglichen finanziellen Risiken, die für die “Bayer AG” aus den Rechtsstreitigkeiten in den U.S.A. entstehen könnten, nicht ausreichend über mögliche Investitionsrisiken informiert fühlten. Es gilt jetzt abzuwarten, in welchem Umfang der deutsche Konzern Rücklagen für mögliche Strafzahlungen gebildet hat.

Quelle: newssent.de
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